Holzbrennofen

Holz als nachwachsender – und damit klimaneutraler – Brennstoff gewinnt auch in den Industrieländern neue Bedeutung. Schon seit „Erfindung“ des Feuers ist Holz auf der ganzen Welt der wichtigste Brennstoff. Vom offenen Feuer ging es schnell zu Holzöfen in interschiedlichsten Ausführungen. Heute kann ein moderner Holzbrennofen nicht nur als Heizung sondern auch für Warmwassergewinnung und Stromerzeugung genutzt werden. Auch braucht man keinen Holzscheit mehr zu verbrennen: Holzabfälle werden in speziellen Verfahren – der Holzpelletierung – zu einfach zu lagernden Brennstoffen verarbeitet. Ein moderner Holzbrennofen ist ein kleines Wunderwerk der Technik mit einem uralten, für die moderne Welt neu entdeckten Brennstoff.

Holzbrennofen und Kamin

Wie immer, wenn man etwas verbrennt, gibt es auch im Holzbrennofen Abgase. Ohne einen Abzug für diese Abgase kann in Haus und Wohnung nichts verbrannt werden. Es ist also ein Kamin notwendig. Einen Holzbrennofen gab und gibt es zunächst als Kaminofen für Haus/Wohnung in verschiedenen Größen, um eine durchschnittliche Stube mit Nebenräumen zu heizen. Hier wird eine Wohnung individuell beheizt, der Wohnungseigentümer ist selbst für die konstante Befeuerung zuständig. Regelmäßig müssen Kaminöfen und die Kamine/Abzüge von den Schornsteinfegern kontrolliert werden. Die bis heute in Deutschland gebräuchlichste Form eines Holzbrennofens ist der Kaminofen, der sowohl als Kachelofen als auch reinmetallen ausgeführt werden kann, beispielsweise aus Edelstahl oder Guss. Die Tradition der Gussöfen ist sehr alt, Liebhaber pflegen Modelle bis ins 17. Jahrhundert zurück und richten sie zum Feuern nach modernen Normen her. Der Kachelofen hält die Wärme sehr lange, man kann mit einem Holzbrennofen ohne Probleme wesentlich mehr als die gute Stube heizen. Bei offenen Türen kann eine Familie in einem mittelgroßen Einfamilienhaus auf die sonstige Heizung komplett verzichten und bei cleverem Einsatz auch noch das warme Wasser produzieren.

Holz als Brennstoff

Der Holzofen oder der Kamin war wegen der recht aufwendigen Vorbereitung des Feuerholzes etwas in Vergessenheit geraten. Frisches Holz hat eine zu hohe Feuchte und ist deshalb nicht für die Holzöfen geeignet. Man muss frisches Holz zunächst 2 Jahre lagern, um den Feuchtigkeitsgrad zu reduzieren. Der eine oder andere wird sich noch an das Spalten der gelagerten Holzblöcke erinnern, dass das Holz erst in handliche Stücke für das Verfeuern im Holzbrennofen oder Kamin zerlegt. Holz hat einen geringeren Brennwert als fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas und auch nach der Lagerung und Vorbereitung für das Verfeuern einen größeren Platzbedarf für die Lagerung – darum ist Holz trotz guter Verfügbarkeit und geringem Preis aus vielen Häusern als Brennstoff verdrängt worden. Als nachwachsender Rohstoff gewinnt Holz als Brennstoff im Zuge der Klimadiskussion wieder an Bedeutung. Holz speichert CO2 und die bei der Produktion von Holz anfallenden Abfälle können Klimaneutral für Heizung, Warmwasser oder Stromherstellung dezentral genutzt werden.

Moderne Feuerungsanlagen mit Holzpellets

Moderne Feuerungsanlagen mit Holzpellets haben kaum noch etwas mit dem guten alten Holzbrennofen zu tun. Der Brennstoff – eben diese Holzpellets – wird in praktischer Pelletform und leicht zu lagern fertig angeliefert. Praktisch ist die Form, weil sie neben einer vereinfachten Lagerung auch das automatische Zuführen des Brennmittels in den Ofen ermöglicht – angepasst auf die aktuellen Bedürfnisse. Moderne Anlagen produzieren nicht nur Wärme, sie sorgen auch für die Warmwasserbereitung und können sogar darauf ausgelegt sein, auch den Strom für den Haushalt zu produzieren. Sie bieten sich außerdem für den Einsatz zentraler Wärme und Wasserversorgung von Wohnkomplexen an und können hier den Einsatz von Öl, Gas oder Kohle leicht ersetzen. Auch wenn Holzöfen nicht die Energieprobleme der Welt lösen können, so können sie selbst in Industrieregionen Teil eines modernen, dezentralen Energiemix sein, der den Klimawandel verlangsamt.